Der liebe Gott und das Kamel

Der liebe Gott und das Kamel

Es soll hier selbstverständlich nicht deine tiefe religiöse Überzeugung angegriffen werden.

Der nachfolgende Impuls ist vielmehr eine Einladung an dich, sowohl dem lieben Gott als auch deiner eigenen Selbstwirksamkeit gleichzeitig Raum in deinem Leben zu geben.

Es geht also einmal mehr nicht um Entweder-Oder, sondern um Sowohl-Als-Auch.

Neulich beim Propheten

Die Gläubigen kamen in Scharen, um die Worte des Propheten zu hören.

Ein Mann hörte besonders aufmerksam und andächtig zu, betete mit gläubiger Inbrunst und verabschiedete sich schließlich, als es Abend wurde.

Kaum war er draußen, kam er wieder zurückgerannt und schrie mit sich überschlagender Stimme: “Oh, Herr! Heute morgen ritt ich auf meinem Kamel zu dir, um dich, den Propheten Gottes, zu hören. Jetzt ist das Kamel nicht mehr da. Weit und breit ist kein Kamel zu sehen.

Ich war dir gehorsam, achtete auf jedes Wort deiner Rede und vertraute auf Gottes Allmacht. Jetzt, Oh, Herr, ist mein Kamel fort. Ist das die göttliche Gerechtigkeit? Ist das die Belohnung für meinen Glauben?

Ist das der Dank für meine Gebete?”

Der Prophet hörte sich diese verzweifelten Worte an und antwortete mit einem gütigen Lächeln:

“Glaube an Gott UND binde dein Kamel fest.”

Aus dem gleichnamigen Buch von Nossrat Peseschkian