Ich und Ich

Ich und Ich - Coach Chris Schmidt

Wer oder was ist eigentlich dieses Un(ter)bewusste?

Zwischen Wissenschaft und Spiritualität

Zwei Seelen wohnen, ach! In meiner Brust!Johann Wolfgang von Goethe, Faust I

Wie lässt sich etwas beschreiben, was uns zwar ständig begleitet, was aber doch noch niemand je gesehen hat?

Offensichtlich eine recht schwierige Aufgabe. Und doch eine Annahme, ein Glaube oder sogar ein Wissen, dass die Menschheit seit Urzeiten begleitet: Es gibt da noch eine andere, unsichtbare Welt hinter bzw. neben der bewusst wahrgenommen Welt.

Und in dieser anderen Welt scheinen geheimnisvolle Kräfte zu wirken.

Je nach Herangehensweise oder Schule haben sich dabei im Laufe der Zeit verschiedene Begriffe etabliert, die möglicherweise mehr oder weniger das selbe Phänomen benennen. Hier eine Auswahl dieser Begriffe.

  • Das Unbewusste
  • Das Unterbewusste
  • Das “Es”
  • Das andere Ich (Nr. 2)
  • Das Unwillkürliche
  • Das unbewusste Wissen
  • Die innere Welt
  • Das innere Wesen
  • Die innere Kraft
  • Das höhere Selbst
  • Das tiefere Bewusstsein
  • Das höhere Bewusstsein
  • Die Intuition
  • Das Gewissen
  • Der Geist
  • Die Seele
  • Die Quelle
  • Die göttliche Kraft
  • Gott

So tut sich denn auch die Wissenschaft schwer mit diesem mysteriösen Feld, welches nicht so recht zu packen und damit nicht klar einzuordnen ist zwischen Philosophie, Psychologie, Medizin, Biochemie und Religionswissenschaft.

Selbst die Frage, OB es das Unbewusste überhaupt gibt, wird deshalb mitunter bis heute kontrovers diskutiert.

Auch WO genau das Unbewusste seinen Platz hat, ist nicht gewiss. Viele Wissenschaftler gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass es sich beim Unbewussten um eines der zahlreichen Subsysteme unseres Gehirns handeln muss.

Es mehren sich aber auch die Hinweise darauf, dass sich das Unbewusste bis in jede einzelne Zelle unseres Körpers erstreckt und möglichwerweise sogar darüber hinaus. Mit dem Begriff “Aura” befinden wir uns dann bereits wieder am Rande der Spiritualität.

Wenn du an einem gut verständlichen, aktuellen Lagebild der Wissenschaft interessiert bist, empfiehlt sich dieser Artikel.

Hier einige interessante Kernaussagen daraus.

Vieles spricht dafür, dass neuronale Netzwerke als hochdynamische, nicht-lineare Systeme betrachtet werden müssen. Das bedeutet, sie gehorchen zwar mehr oder weniger einfachen Naturgesetzen, bringen aber aufgrund ihrer Komplexität völlig neue Eigenschaften hervor.

Vieles spricht dafür, dass neuronale Netzwerke als hochdynamische, nicht-lineare Systeme betrachtet werden müssen. Das bedeutet, sie gehorchen zwar mehr oder weniger einfachen Naturgesetzen, bringen aber aufgrund ihrer Komplexität völlig neue Eigenschaften hervor.

Wir haben herausgefunden, dass im menschlichen Gehirn neuronale Prozesse und bewusst erlebte geistig-psychische Zustände aufs Engste miteinander zusammenhängen und unbewusste Prozesse bewussten in bestimmter Weise vorausgehen.

Geist und Bewusstsein – wie einzigartig sie von uns auch empfunden werden – fügen sich also in das Naturgeschehen ein und übersteigen es nicht.

Geist und Bewusstsein sind nicht vom Himmel gefallen, sondern haben sich in der Evolution der Nervensysteme allmählich herausgebildet. Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis der modernen Neurowissenschaften.

[…] Dies bedeutet, dass man widerspruchsfrei Geist, Bewusstsein, Gefühle, Willensakte und Handlungsfreiheit als natürliche Vorgänge ansehen wird, denn sie beruhen auf biologischen Prozessen.

Einzelne Gehirne organisieren sich aufgrund genetischer Unterschiede und nicht reproduzierbarer Prägungsvorgänge durch Umwelteinflüsse selbst – und zwar auf sehr unterschiedliche Weise, individuellen Bedürfnissen und einem individuellen Wertesystem folgend.

[…] Dann werden die Ergebnisse der Hirnforschung, in dem Maße, in dem sie einer breiteren Bevölkerung bewusst werden, auch zu einer Veränderung unseres Menschenbildes führen.
Sie werden dualistische Erklärungsmodelle – die Trennung von Körper und Geist – zunehmend verwischen.

Ein weiteres Beispiel: das Verhältnis von angeborenem und erworbenem Wissen. In unserer momentanen Denkweise sind dies zwei unterschiedliche Informationsquellen, die unserem Wahrnehmen, Handeln und Denken zu Grunde liegen.

Die Neurowissenschaft der nächsten Jahrzehnte wird aber ihre innige Verflechtung aufzeigen und herausarbeiten, dass auf der mittleren Ebene der Nervennetze eine solche Unterscheidung gar keinen Sinn macht.

In der Tiefenpsychologie bezeichnet das Unbewusste einen Bereich der menschlichen Psyche, der unserem Bewusstsein nicht direkt zugänglich ist. Der in der Umgangssprache oft synonym verwendete Begriff UnTERbewusstsein wird von Experten, oder solchen, die sich dafür halten, eher vermieden.

Die Idee dahinter ist verständlich. Denn man geht heute davon aus, dass das Unbewusste dem Bewussten nicht UNTERgeordnet ist. Vielmehr scheint es so zu sein, dass der Mensch durch sein Unbewusstes weit mehr beeinflusst und gesteuert wird, als durch sein bewusstes Denken und Handeln.

Auch die deutschen Dichter haben das Unbewusste oft zum Thema gemacht. Allen voran der gute alte Johan Wolfgang von Goethe, der den Begriff 1777 schriftlich nachweisbar in seinem Gedicht “An den Mond” erstmalig verwendet hat.

Und auch seinen Faust lässt Goethe diesen unlösbaren Konflikt erleben. Nämlich zwischen der Wissenschaft auf der einen und dem Leben auf der anderen Seite.

Die Wissenschaft wird bestimmt durch jene Fakten, die man auf irgendeine Art nachweisen und messen kann.

Das Leben sind jene Fakten, die über das Messbare hinaus gehen und sich nicht in Berechnungen oder Formeln darstellen lassen, wie etwa der Glaube oder die Liebe.

Derartige Fakten sind das weite Spielfeld unseres mächtigen Unbewussten.

Die unbewussten Programme

Das Unbewusste ist die Instanz, in der unter anderem unsere Erlebnisse und deren Interpretationen gespeichert, unsere Kompetenzen geschaffen und unsere Glaubenssätze geformt werden.

Ausserdem wird dort auch Verdrängtes aufbewahrt und es werden so genannte Programme oder Muster entwickelt, die dann weitgehend unbemerkt, aber häufig sehr entscheidend, unser Leben steuern.

Von dem Moment unserer Geburt an und mit grosser Wahrscheinlich schon sehr viel früher, nimmt unser Organismus Wahrnehmungen und Eindrücke aus der Umgebung auf und speichert diese auf der unbewussten Ebene ab.

Dieser Prozess setzt sich über unser gesamtes Leben ununterbrochen fort. In jeder Sekunde nehmen wir über unsere Sinne bis zu 15.000.000 Bits an Informationen auf. Der Grossteil davon gelangt über bestimmte Wahrnehmungsfilter in unser Unbewusstes.

Aus dieser gigantischen Datenmenge produziert das Unbewusste seine Muster. Dies geschieht in der Regel über einen einfachen Rückkopplungsprozess, bei dem im Laufe der Zeit bestimmte Informationen zusammengeführt, verdichtet und vertieft werden.

Auf diese Weise werden die Programme zu einer Art Selbstläufer und es ist uns in vielen Fällen zunächst einmal gar nicht mehr möglich, sie bewusst zu erkennen, geschweige denn, sie kritisch zu hinterfragen. 

Anders ausgedrückt: Wir haben etwas gelernt und es ist zum integralen Teil unserer Persönlichkeit geworden. Beispiele hierfür sind das Erlernen einer Fremdsprache oder das Fahrradfahren.

In vielen Fällen ist diese Programmbildung also absolut sinnvoll. Sie hilft uns, zu wachsen und uns weiterzuentwickeln. Ausserdem sparen wir durch solche Muster immens viel Zeit.

Wenn ich dich also jetzt bitten würde, an deine Haustür zu denken, dann hast du mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit sofort ein ziemlich genaues Bild von dieser Tür im Kopf. Du kannst es mir einigermassen gut beschreiben und vielleicht sogar bestimmte Details benennen. 

Viel wichtiger noch, du kennst die Funktion dieser Tür. Du weisst, mit welchem Schlüssel sie zu öffnen ist und in welche Richtung sie aufschwingt. Und du weisst, ohne jedes Mal auf die Hausnummer schauen zu müssen, dass du zu Hause bist, wenn du vor dieser Tür stehst.

Wenn du das Programm “Haustür” nicht hättest, wärest du möglicherweise jeden Tag erneut damit beschäftigt, die ganze Stadt nach deinem Zuhause abzusuchen. Du müsstest jeden Tag neu herausfinden, wie ein Scharnier und ein Türschloss funktionieren, und was ein Schlüssel ist.

Ich möchte stattdessen wetten, dass du dir schon sehr lange keine bewussten Gedanken mehr darüber gemacht hast, wie du in dein Haus gelangst. Den Prozess des Türöffnens besorgt dein Unbewusstes längst mit Leichtigkeit ganz allein und du kannst dich währenddessen locker mit anderen Dingen beschäftigen.

Zudem arbeitet das Unbewusste gern mit so genannten Generalisierungen. Das führt in diesem Fall dazu, dass du unbewusst auch viele ähnliche Türen öffnen kannst, da du die Grundfunktion abgespeichert hast.

Genau so läuft es mit unzähligen anderen Dingen in unserem Alltag. Wenn du magst, denke doch einmal bewusst darüber nach, was bzw. wie enorm viel du auf unbewusster Ebene bereits beherrscht.

All das sind die Situationen, in denen dein Unbewusstes am Steuer steht. Und du wirst zugeben müssen, dass das eine ganze Menge Situationen sind.

Wissenschaftler gehen deshalb heute davon aus, dass der Mensch zu mindestens 95 % seiner Zeit im unbewussten Modus operiert.

Mit anderen Worten: Den Grossteil unseres Tages laufen du und ich und alle um uns herum auf Autopilot.

Diese Programmbildung ist also grundsätzlich eine sehr gute Sache. Ohne die konstruktiven Muster in uns wäre eine Weiterentwicklung kaum möglich und wir hätten arge Schwierigkeiten, wenn wir über jeden einzelnen Schritt und jede unserer Handlungen immer wieder neu nachdenken müssten.

Auch die Tatsache, dass unsere Atmung und unsere Herztätigkeit durch das Unbewusste autonom gesteuert werden, dürfte sich eher positiv auf unser (Über)leben auswirken.

Leben und Überleben

Apropos Überleben: Das ist offenbar das durchaus ehrenwerte Motiv deines Unbewussten. Es will dich unter allen Umständen am Leben halten. “Erhaltung” ist an dieser Stelle tatsächlich die Grundidee. Radikale Veränderungen werden dabei eher als Bedrohung empfunden und daher abgelehnt.

Das erklärt, warum es für viele Menschen so schwer ist, Veränderungen in ihrem Leben herbeizuführen. Tatsächlich ist es in vielen Fällen das Unbewusste, was sich hier sträubt.

Und das führt uns zu den negativen Auswirkungen der Programmbildung im Unbewussten. Denn dieser natürliche Mechanismus ist bei vielen von uns umgeschlagen und buchstäblich aus dem Ruder gelaufen. 

Neben akuten Traumata ist eine mögliche Erklärung dafür, dass unsere moderne Zeit uns sehr viel mehr Reizen und Eindrücken aussetzt als noch vor 100 Jahren und wir deshalb auch sehr viel mehr Programme entwickeln müssen, um mit diesen zurechtzukommen und angemessen zu reagieren.

Ausserdem sind einige Forscher der Meinung, dass wir uns evolutionsbedingt Negatives besser merken können als Positives. Auch dass könnte vermehrt zu negativen Programmen in unserem Unbewussten führen.

Eine solche Programmentwicklung führt häufig zu einem negatives Selbstbild, das sich dann zum Beispiel in Form von kritischen Selbstgesprächen, Angst oder anderen Blockaden im Leben äussern kann.

Wir sprechen in diesen Fällen von destruktiven Programmen oder Mustern.

Und da diese Programme ja unbewusst sind, haben wir zunächst nur sehr wenig Einfluss auf sie, selbst wenn wir uns der negativen Auswirkungen völlig bewusst sind.

Wir können aufgrund unserer Muster häufig nicht bewusst und angemessen auf eine individuelle Situation reagieren. Stattdessen reagieren wir automatisch. Das führt zum Beispiel in zwischenmenschlichen Beziehungen immer wieder zu Konflikten.

Und auch bei Themen wie “Ich bin zu dick” oder “Ich habe zu wenig Geld” liegt es in aller Regel nicht am mangelnden Wissen, sondern an den destruktiven Mustern im Unbewussten, die eine Veränderung und damit den gewünschten Erfolg verhindern.

Wir können zwar durchaus unser Verhalten in einer bestimmten Situation bewusst verändern. Die darunter liegenden Überzeugungen und damit verbundenen Emotionen verändern wir dadurch aber in aller Regel nicht.

So kannst du dich zum Beispiel dazu zwingen, in der kommenden Woche ausschliesslich Salat zu essen. Das eigentliche, destruktive Muster für dein Übergewicht hast du damit aber nicht aufgelöst und folgerichtig ändert sich auch nachhaltig nichts an deiner Körperfülle.

Das Unbewusste erschafft die Realität

Und es kommt noch dicker. Da unsere unbewussten Muster die Tendenz haben, sich immer weiter zu verstärken, sorgen sie ganz automatisch dafür, dass sich unser Erleben immer wieder selbst bestätigt.

So kann zum Beispiel ein scheinbar banales Erlebnis in der Kindheit

(Mutter: „Du kannst das nicht. Lass mich das lieber machen”)

dazu führen, dass sich ein Programm etabliert um besser in der Welt zurechtzukommen und ein solches Erlebnis nicht noch einmal zu haben.

In diesem Fall könnte sich unter bestimmten Bedingungen etwa folgendes Muster entwickeln:

Ich kann das nicht -> Ich kann nichts -> Ich kann nichts richtig machen -> Ich bin nicht richtig -> Ich bin zu dumm.

oder möglicherweise:

Mama liebt mich nicht -> Niemand liebt mich -> Ich bin völlig allein -> Wenn ich geliebt werden will, muss ich die Dinge so tun, wie andere sie von mir erwarten.

Natürlich müssen nicht alle unsere negativen Erlebnisse gleich zu destruktiven Programmen führen.

In den Fällen, in denen das aber geschieht, bestimmen diese Programme unsere Weltsicht und sorgen zuverlässig dafür, dass sie sich, einmal entstanden, häufig wiederholen.

Und dadurch entsteht eine Art negativer Kreislauf.

Das unbewusste Programm, welches wir also noch nicht einmal bemerken, sorgt durch die Filterung unserer Erfahrungen, aber auch durch die Steuerung unseres Denkens, Fühlens und Verhaltens dafür, dass sich unsere Überzeugung regelmässig bestätigt.

Das wiederum sorgt für die Stärkung des Programms und so weiter… 

Das bedeutet, unsere unbewussten Programme erschaffen und bestimmen tatsächlich unsere ganz persönliche Welt. Unsere Normalität. Unsere Realität.

Nummer 2 lebt – Das Unbewusste als Partner

Die gute Nachricht ist, dass es anders herum ebenso ausgezeichnet funktioniert. Wir können negative Programme im Unbewussten neutralisieren und statt dessen konstruktive Muster etablieren. Und zwar ein Leben lang.

Dazu gibt es heute viele brauchbare Methoden auf dem Gebiet der so genannten energetischen Psychologie. Hypnose und EFT sind bekannte Beispiele hierfür. Dass es sich dabei nicht um esoterischen Hokus-Pokus oder um Volksbelustigung handelt, beweisen die unzähligen Erfolgsberichte aus aller Welt.

Im Spitzensport, im modernen Management oder in polizeilichen Spezialeinheiten ist längst bekannt, dass ohne die Nummer 2 (das Unbewusste) gar nichts läuft. Wer mental nicht auf konstruktiven Erfolg programmiert ist, wird niemals ernsthafte konstruktive Erfolge erzielen können.

Bevor du also wieder einmal irgendein neues Projekt startest, solltest du unbedingt sicherstellen, dass deine Nummer 2 an Bord ist und in deiner Mannschaft spielt. 

Und genau das ist der erste Schritt. Erkenne, welche machtvolle Grösse da in dir steckt. Dein Unbewusstes ist ein Teil von dir. Es macht einen Grossteil deiner Persönlichkeit aus. Es ist du und du bist es. Es ist untrennbarer Bestandteil der Gleichung

Ich + Ich = Ich

Dein Unbewusstes ist nicht dein Gegner. Es macht absolut keinen Sinn, es gar als “inneren Schweinehund” zu verstehen und es bekämpfen zu wollen. Diesen Kampf kannst du niemals gewinnen.

Der einzig gangbare Weg zum konstruktiven Erfolg besteht darin, dein bewusstes und dein unbewusstes Ich auf eine gemeinsame Linie zu bringen.

Wenn du dein Ich und dein Ich unter einen Hut kriegst, kann dich kaum noch etwas stoppen.

Falls du mehr darüber erfahren möchtest, wie du dein Unbewusstes auf konstrukitven Erfolg programmieren und destruktive Muster auflösen kannst, melde dich gern an zum völlig kostenlosen Easy Start-Up Coaching.